Englisch

Im Schuljahr 1999/2000 wurden die rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung von Fremdsprachen in der Grundschule geschaffen. Die Gesamtkonferenz der GGW hat sich für Englisch als Fremdsprache entschieden. Mehrere Gründe begünstigten diese Entscheidung.

Zum einen stehen an unserer Schule Fachkräfte für diese Sprache zur Verfügung. Zum anderen finden sich bei den am Fremdsprachenunterricht interessierten Lehrkräften eher Englischkenntnisse als Kenntnisse anderer Sprachen. Des Weiteren spielt Englisch im Freizeitbereich unserer Schülerinnen und Schüler eine große Rolle, sodass alle Kinder, unabhängig ihrer Herkunft, Vorwissen mitbringen und sie sich dadurch schnell in die Sprache einfinden können.

 

Englisch wird an unserer Schule im dritten und vierten Schuljahr mit zwei Wochenstunden unterrichtet. Der Unterricht wird dabei hauptsächlich von Fachlehrerinnen und Fachlehrern gegeben. Auch interessierte Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer unterrichten in ihren Klassen und haben somit die Möglichkeit, den Unterricht auf mehrere Unterrichtssequenzen von fünfzehn bis zwanzig Minuten zu verteilen.

Vereinzelt wird die Begegnung mit der fremden Sprache auch schon ab dem ersten Schuljahr angeboten. Dieses Angebot wird auf Wunsch der Eltern und in Absprache mit der Klassen-lehrerin bzw. dem Klassenlehrer besprochen und individuell umgesetzt. In diesem Falle werden zwei Unterrichtssequenzen von je 15 Minuten in den Regelunterricht integriert.

Auf eine Leistungsfeststellung wird hier gänzlich verzichtet.

 

 

Das methodische Vorgehen orientiert sich an den in der Fachliteratur im Hinblick auf Kompetenzstufen genannten Prinzipien. Früher Fremdsprachenunterricht ist alles andere als das Lernen von Vokabeln, Üben grammatikalischer Strukturen und das Streben nach sprachlicher Perfektion. Das Vertrautwerden mit der Sprache soll Freude bereiten. Dabei stehen die Entwicklung des Hörverstehens und die Anbahnung der Sprechfähigkeit an erster Stelle. Beides sollte immer handlungsorientiert erfolgen. Die Fähigkeiten Lesen und Schreiben werden sparsam eingesetzt. Kommunikation in der fremden Sprache soll erlernt werden durch Bewegung, Spiel, Musik und Geschichten.

 

Um nach diesen Prinzipien arbeiten zu können, wurde in den letzten Jahren umfangreiches Material angeschafft. So stehen für die dritten und vierten Schuljahre die umfangreichen Lehrwerke „Sally“ und  “Plaway Rainbow Edition“ zur Verfügung sowie für das vierte Schuljahr zusätzlich das Lehrwerk “Here we go“. CDs Videos, die Zeitschrift “Okay“ und „Fremdsprachen Frühbeginn“ sowie englische Bilderbücher runden das Angebot ab.

 

 

Die bisherigen Erfahrungen des Englischunterrichtes sind durchweg positiv. Die Kinder beteiligen sich sehr aktiv am Unterricht, zeigen großes Interesse an der fremden Sprache und reagieren aufgeschlossen. Durch unser derzeitiges Comeniusprojekt mit einer englischen und einer polnischen Partnerschule können sie ihre erworbenen Sprachkenntnisse konkret anwenden, indem sie z.B. Weihnachtspost schreiben oder Steckbriefe gestalten. Wurde in den ersten Jahren keine Leistungsbewertung verlangt, ist sie seit 2003 für alle dritten und vierten Schuljahre verbindlich. Dennoch verstehen wir Fremdsprachenunterricht in der Grundschule nicht als vorgezogenen Mittelstufenunterricht.

Die Leistungsfeststellung erfolgt daher hauptsächlich im Bereich des Hörverstehens und der Anwendung geübter Satzmuster im mündlichen Sprachgebrauch. Schriftsprache und Grammatik spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Trotz Leistungsanspruch muss das Interesse und die Freude am Erlernen einer Fremdsprache in der Primarstufe oberstes Prinzip bleiben.

 

Für die Zukunft wäre vorstellbar, mit interessierten Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Englisch – AG kleine Szenen einzustudieren oder sich vertiefend mit der Kultur englischsprachiger Länder zu befassen. Als fernes Ziel wäre eine Schulpartnerschaft mit einer englischsprachigen Schule im Rahmen eines weiteren Comeniusprojektes denkbar, in dem ein regelmäßiger Schüleraustausch stattfinden könnte.