Bildung, Erziehung, Betreuung

Der Unterricht an der Grundschule Gießen- West ist von Beginn an durch die große Heterogenität der Schülerschaft geprägt. Dadurch entstehen besondere Anforderungen an die Qualität der zugrunde gelegten Didaktiken. 

Neben dem Bildungsauftrag an den Unterricht kommt dem Erziehungsauftrag immer mehr Bedeutung zu. Beides verbindet sich zu einem nicht trennbaren Ganzen.

Für beide Aufträge bildet das Vertrauensverhältnis zwischen SchülerInnen und LehrerInnen die unabdingbare Voraussetzung. Auf dieses Vertrauensverhältnis ist der Alltag, das miteinander Leben und Lernen an unserer Schule ausgerichtet.

Deshalb sind, wie bereits erwähnt, der Vor- und Nachmittagsunterricht (Unterrichtseinheiten fortführend) in unserem Ganztagskonzept untrennbar miteinander verzahnt. Aus der Situation der Heterogenität , aber auch aus der seit mehr als zwanzig Jahren praktizierten Integration/ Inklsuion, sind an unserer Schule, immer aufs Neue, didaktische Ansätze erprobt, weiterentwickelt oder neu entwickelt worden. Das Ziel dabei ist es, allen SchülerInnen auf verschiedenen Niveaustufen gerecht  werden zu können. Die Frage ist also stets: Wie können Fähigkeiten, die zu den Grundkompetenzen zählen, für alle SchülerInnen erreichbar werden.

> Jerome Bruner hat diesen Anspruch so formuliert: „Jedem Schüler könne jeder Unterrichtsgegenstand auf intellektuell redlichem Niveau  vermittelt werden.“

Die Evaluation der Umsetzung dieses Anspruchs ist unterrichtsbegleitender Prozess. Neben klassischen didaktischen Ansätzen, sind als Folge der Heterogenität der Schülerschaft und auch durch den integrativen Unterricht, u.a. zwei didaktische Ansätze im Bereich der Kulturtechniken erprobt, bzw. entwickelt worden.

Die beiden folgend zitierten Ansätze bieten die Möglichkeit, zu selbstorganisiertem Lernen. IntraAct, nach Jansen/Streit/Fuchs, für das Erstlesen, und der Basiskurz Rechnen, ein Eigenbuch unserer Schule nach der struktur- und niveauorientierten Didaktik von Prof. Kutzer, das inzwischen mehrheitlich verwendet wird (s. Anlagen).

In Gesamt- und Fachkonferenzen setzen wir uns intensiv mit den verschiedenen Konzepten, Didaktiken etc. kritisch und konstruktiv auseinander. Selbstorganisiertes Lernen findet bei uns überwiegend im Rahmen von Tages- und Wochenplänen statt. Daneben gibt es auch den Lehrervortrag und lehrerzentrierte Phasen. Durch die bereits erwähnte struktur- und niveauorientierte Didaktik ist so die Förderung bereits impliziert im binnendifferenzierten individuellen und gemeinsamen Fordern, Fördern und Lernen. Darüber hinaus gibt es auch Förderangebote in Kleingruppen und Einzelsituationen. Diese Angebote können auch klassenübergreifend gestaltet sein. Im gesamten Alltag spielen auch individuelle Schüler-und Lehrergespräche eine wichtige Rolle. Ebenso haben handlungsorientierte, nachahmungsreiche und

entdeckungsfördernde Unterrichtsformen ihren Platz. Auch findet Bewegtes Lernen in vielfältiger Form statt.

In die Freizeitangebote zwischen dem Mittagessen und dem Nachmittagsunterricht reichen häufig Themen aus dem Unterricht herein:

  • - Grünes Klassenzimmer
  • - Schulgarten
  • - Sport
  • - Kinderbibliothek
  • - Kunst
  • - Musik
  • - Ernährung und Kochen
  • - Umwelt und Naturerfahrung
  • - Schulhund
  • - und vieles mehr

Es sind jedoch auch Rückzugsangebote (z.B. Entspannung im Ruhezentrum) vorhanden.

 

Die jahrgangsübergreifenden Arbeitsgemeinschaften, in die sich die Kinder am Mittwoch Nachmittag jeweils für ein halbes Jahr verbindlich einwählen, sind nicht in erster Linie theoretisch-kognitiv ausgelegt, sondern schwerpunktmäßig handlungs- und erlebnisorientiert.

Als zusätzliches Angebot über die unterrichtliche Kernzeit (8.10-15.00 Uhr) hinaus, bieten wir eine Betreuung in der Zeit zwischen 7.30 Uhr und 16.00 Uhr bzw. 17.00 Uhr an.