Arbeits- und Kommunikationskultur in multiprofessionellen Teams

„Schulentwicklung ist heute nur als vielschichtiger Kommunikationsprozess sinnvoll. Das setzt einen gesicherten, gleichwohl zu verantwortenden und jeweils neu zu sichernden Handlungsspielraum der Beteiligten voraus ... Sowohl strukturell wie informell pflegt die Schule einen Kommunikationsstil nach dem Prinzip größtmöglicher Partizipation, Offenheit und Mitverantwortlichkeit ihrer Mitglieder. Im Sinne der Schulgemeindeidee, gehören dazu auch jene Personen, die außerhalb der Schule erzieherische Verantwortung tragen oder schulbegleitende Aufgaben wahrnehmen.“ (Skiera)

Die in diesem Zitat Skieras ausgedrückten Kommunikationsstrukturen gelten für die gesamte Schulgemeinde und spiegeln sich in den unterschiedlichsten Gesprächsanlässen (Beratungen, Erörterungen, Auseinandersetzungen mit aktuellen Themen, Beschlussfassungen,…) wider. Es prägt unseren Schulalltag, unsere Erfahrungen, unsere Wahrnehmung, unsere Gefühle, unser Gedächtnis, unsere Lernbereitschaft/Motivation, Aufnahmefähigkeit, unsere Entwicklungsmöglichkeiten u.a. mehr,  wie wir miteinander arbeiten und kommunizieren, in Einzelsituationen, in Gruppengesprächen, zwischendurch in der Pause, beim Essen oder in Konferenzen, ob wir gerade entspannt, traurig, voller Energie und Zuversicht oder ängstlich sind. Transparenz und Wertschätzung sind für Kinder und Erwachsene gleichsam von Bedeutung, auch und gerade in Konfliktsituationen und Kontroversen (s. auch Grundregeln im „Beschwerdesystem“).

 

Beispiel: Jahrgangsteams

 

Von grundlegender Bedeutung sind die Kommunikationsstrukturen auch in den einzelnen Jahrgangsstufen. Dazu gehören neben dem täglichen Austausch auch die für alle Grundschullehrer, Förderschullehrer u.a. pädagogischen Mitarbeiter in einer Stufe regelmäßig stattfindenden Stufenkonferenzen, in denen z.B. folgende wichtige Themen angesprochen werden:

  • gegenseitige Information über den rhythmisierten Unterrichtsalltag in den

           einzelnen Klassen

  • inhaltliche, didaktische und methodische Diskussion, auch fächerübergreifend

  • Austausch von Arbeitsmaterialien

  • gegenseitige Hospitation, Reflexion, Zielvereinbarung

  • Planung gemeinsamer, klassenübergreifender Unterrichtsvorhaben, Projekte, Aufführungen, ...

  • Konsens im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, Regeln, Rituale

  • Präventive Maßnahmen, soziales Lernen

  • Feedbackkultur

  • Bemühungen, die Stundenpläne im Rahmen der Vorgaben selbst zu gestalten

  • Überlegungen, Vertretungsunterricht innerhalb der Stufe zu organisieren

  • Teamteaching, Arbeit im Team mit unterschiedlichen Professionen

  • Individuelles und gemeinschaftliches Fördern und Fordern, Diagnostik, Förderpläne

  • Möglichkeiten der Binnendifferenzierung, des selbstorganisierten und kooperativen Lernens

  • Auseinandersetzung mit Formen der Leistungsbeurteilung, individuelle Lernfortschritte versus defizitorientierter Ansatz

  • Leistungsrückmeldung bei inklusiven Kindern

  • gesunde Ernährung   u.v.a.m.