Schulhündin Nelly

 

Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 begleitet die Golden Retrieverhündin Nelly ihre Besitzerin, die Lehrerin Anke Judt als Schulhündin in die Grundschule Gießen – West und unterstützt so die pädagogische Arbeit in ihrer Klasse.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Anwesenheit eines Schulhundes sehr positive Veränderungen im Sozialverhalten der Kinder hervorruft.

In Gegenwart eines Hundes sind die Kinder viel entspannter (was sich sogar am verbesserten Blutdruck der Kinder nachweisen lässt).

Dadurch, dass der Hund allen Kindern gleichermaßen Aufmerksamkeit schenkt, erfahren die Kinder eine besondere Wertschätzung, die wiederum ihr Selbstwertgefühl und somit auch ihr Selbstbewusstsein  steigert.

Sogar die Beteiligung der Kinder am Unterrichtsgeschehen (Erhöhung der sprachlichen Aktivität) verstärkt sich.

Die Anwesenheit eines Schulhundes besetzt den Lebensraum Schule noch positiver und bietet Kindern, die sonst ohne direkten Kontakt zu Tieren aufwachsen, vielfältige Erfahrungen in diesem Bereich.

Die Kinder lernen, ihr Verhalten an die Bedürfnisse eines anderen Lebewesens anzupassen und übernehmen dadurch soziale Verantwortung.

Ein Hund muss für den Einsatz in der Schule besondere Fähigkeiten mitbringen.

Nelly stammt aus einer besonderen Zucht, aus der schon viele Begleit- und Therapiehunde hervorgegangen sind.

Diese Hunde zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders ruhig, ausgeglichen, lernwillig, nervenstark, menschenbezogen und kinderlieb sind.

Aufgrund ihres Aussehens (helles, seidiges Fell, dunkle Augen und dunkle Nase) und ihrer freundlichen Erscheinung ruft Nelly als Golden Retriever bei Menschen, und besonders auch bei Kindern viele positive, Emotionen hervor.

Da Nelly schon als junger Hund an ihren Einsatz in der Schule herangeführt wurde, konnte sie sich besonders gut an ihre Aufgabe als Schulhund und die Situation in der Schule gewöhnen.

Wenn Nelly mit in den Unterricht kommt, passiert nichts Außergewöhnliches.

Sie ist einfach nur dabei und bewegt sich frei im Klassenraum.  

Die Kinder dürfen sie nicht rufen oder locken. Wenn sie in die Nähe eines Kindes kommt, darf sie gestreichelt werden.

Während des Unterrichts muss es besonders ruhig sein, damit sich Nelly wohlfühlt. Außerdem müssen besondere Gesundheits- und Hygieneaspekte beachtet werden.

Aber nicht nur die Kinder der Klasse, in der Nelly zum Einsatz kommt, profitieren von ihrer Anwesenheit. Drinnen und draußen -  in den Begegnungsfeldern und auf dem Außengelände – ergeben sich viele freundliche Kontakte, die zum Wohlbefinden aller Beteiligten beitragen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Einsatz eines solchen Schulhundes das soziale Lernen fördert, die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder unterstützt und die Lernsituation begünstigt.

Sehr deutlich erkennt man die beschriebenen positiven Aspekte, wenn man den Zeitungsartikel über den Einsatz von Nelly liest, den die Klasse 4c im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Grundschule“ im Herbst 2013 verfasst hat:

 

Vier Pfoten im Klassenzimmer

Golden Retriever Nelly ist Schulhündin in der Grundschule Gießen – West

Seit diesem Schuljahr gehen wir, die Kinder der Mäuseklasse (4c) der Grundschule Gießen-West, noch lieber in die Schule.

Der Grund dafür hat ein hell-cremefarbenes Fell, dunkle Augen, eine dunkle Nase und sieht fast aus wie ein kleiner Eisbär: Unsere Schulhündin Nelly.

Nelly ist aber kein Eisbär, sondern ein Golden Retriever und inzwischen sechs Monate alt.

Sie gehört unserer Klassenlehrerin Anke Judt und begleitet diese fast täglich in die Schule und in den Unterricht unserer Mäuseklasse.

Golden Retriever sind besonders ausgeglichene, kinderliebe und freundliche Hunde.

Alle Kinder der Mäuseklasse sind sich einig:

„Mit Nelly macht der Unterricht noch viel mehr Spaß.“

Wenn Nelly mit Frau Judt in die Klasse kommt, begrüßt sie erst einmal alle Kinder.

Während des Unterrichts spielt sie, oder sie schläft in ihrem Körbchen oder auch zu den Füßen der Kinder.

Marco findet, dass Nelly eine große Ruhe ausstrahlt und er sich dadurch beim Arbeiten noch besser konzentrieren kann. Das geht den anderen Kindern der Mäuseklasse ähnlich.

Giulia und Fabienne finden es besonders toll, dass Nelly merkt, wenn Kinder traurig oder aufgeregt sind und sie die Kinder dann tröstet und aufmuntert.

Cheyenne sagt: „Nelly ist voll süß“ und Noah fügt hinzu: „Nelly ist ein schöner Teil unserer Mäuseklasse“.

Und auch Nelly macht es viel Spaß, in die Schule zu gehen. Das merkt man an ihrer freudigen und entspannten Körperhaltung.

Bevor Nelly zu uns in die Schule kam, haben wir Kinder alles Wichtige gelernt, was man im Umgang mit einem Schulhund wissen muss. So dürfen wir zum Beispiel nicht durch die Klasse rennen, versuchen immer leise zu sein und müssen gut darauf achten, dass nichts auf dem Boden liegt, was Nelly verschlucken könnte. Außerdem müssen wir daran denken, uns die Hände zu waschen, wenn wir Nelly gestreichelt haben.

Vor einigen Tagen waren wir in der Pause dabei, als Nelly zum ersten Mal in ihrem Leben im Schnee gespielt hat. Das war toll.

Dies und vieles andere wird uns immer in Erinnerung bleiben, wenn wir im Sommer die Grundschule verlassen werden.

Nelly bedeutet uns sehr viel und sie wird immer in unseren Herzen sein.