Leitgedanken und Zielsetzungen

Unsere Schule soll Lern- und Lebensraum sein und neben mehr Chancengerechtigkeit vor allem ein gelungenes buntes kulturelles Miteinander ermöglichen und eine qualitativ hochwertige, zukunftsweisende Bildung und Erziehung garantieren, die den Kindern für ihre Zukunft wichtige Schlüsselqualifikationen vermittelt.

Dazu orientieren wir uns an den Thesen zur Bedürfnisstruktur des Kindes nach Prof. E. Skiera (vgl. Skiera, Schule ohne Klassen, Heinsberg 1985):
Das Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung, Geborgenheit und Sicherheit.

Nur in einer Atmosphäre des Wohlwollens, der Toleranz und guter mitmenschlicher Beziehungen kann sich das Kind mit seiner ganzen Person aufgehoben fühlen. Jedes Kind braucht das Gefühl, bedingungslos angenommen zu sein. Gerade wenn die familiäre Situation dies nicht für die Kinder leisten kann, ist hier eine entscheidende Aufgabe unserer Ganztagsschule. Die organisatorischen Gegebenheiten und der Ablauf des Schullebens müssen für das Kind überschaubar und einsichtig sein.

Das Bedürfnis nach Anerkennung

Lob und Anerkennung stärken das Selbstvertrauen, die positive Einstellung zum Lernen und die Bereitschaft de Kinder, sich untereinander mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken. Gerade Kindern aus sozial schwachen Familien fehlt häufig positive Verstärkung durch die Eltern.

Das Bedürfnis nach neuen Erfahrungen

Kinder suchen Orientierungshilfen für ihr Leben in unserer Welt. Schule hilft, indem sie stets Neues zur Auseinandersetzung bereitstellt. Als Ausgleich zum medienbeherrschten Alltag wird die Schule zunehmend eine Kultur der sinnlichen Wahrnehmung, des gestaltenden Handelns, des entdeckenden Lernens und der authentischen Kommunikation entwickeln müssen. Wenn das Lernen an wirklichen Lernorten, auch außerhalb der Schule, stattfinden kann, werden den Kindern Erfahrungen ermöglicht, die sie sonst nicht machen können, werden Strukturen durchschaubar und Zusammenhänge deutlich gemacht. Das Lernen mit Kopf, Herz und Hand ermöglicht so ein ganzheitliches Erleben und Lernen.

Das Bedürfnis nach Urheberschaft

Jedes Kind muss seinen Anteil am Sinn und Werden des Klassen- und Schullebens erkennen können und die Freiheit der Mitgestaltung haben. Die Unterrichtssituation muss offen sein für die Äußerungen, Entwicklungen und Umsetzungen der Ideen der Kinder. Dies setzt ein Lernen ohne Angst voraus, in einer ruhigen, ermutigenden Lernatmosphäre, in welcher das Kind bei einer Arbeit verweilen und begonnene Arbeiten in Ruhe vollenden darf.

Das Bedürfnis nach Selbstverantwortung und Mitverantwortung

In einer selbst- und mitgestalteten Welt will das Kind Verantwortung tragen für sich, andere und das Leben miteinander. Verantwortungsfähigkeit soll in der Schule gefördert und damit die Persönlichkeitsbildung unterstützt werden.

Das Bedürfnis nach ästhetischer Wahrnehmung

Die Gestaltung unserer Klassenräume und unserer Schule, die Gelegenheit, alle Arbeiten in Ruhe zu Ende zu führen und vielfältig Anregungen der sinnlichen Wahrnehmung im Unterricht sollen die oft eingeschlafene ästhetische Erfahrung wecken. Die Ganztagsschule bietet hierfür ideale Voraussetzungen.

Das Bedürfnis nach spontanem Selbstausdruck

Die Schule kann eine von gegenseitigem Verständnis getragene Situation schaffen, in der spontane Äußerungen möglich werden. So soll unseren Kindern Gelegenheit gegeben werden, ihr Befinden und ihre Ideen spontan, d. h. ohne unmittelbare Zielorientierung und ohne bewusste Anstrengung, zu äußern.