Vorklasse

Die Arbeit in der Vorklasse richtet sich nach dem individuellen Lern- und Entwicklungsstand der Kinder, ihrer Herkunft, der Größe der Lerngruppe sowie den jeweiligen schulischen Gegebenheiten.
Ziel der Vorklasse ist es, unter Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes und der vorangegangenen Umwelterfahrung der Kinder die Lernfähigkeit an- zuregen und zu entfalten. Dazu gehören auch eine intensive Elternberatung sowie möglichst frühzeitige Vermittlung gezielter Therapieangebote (Psychomotorik, Sprachunterricht, Ergotherapie, etc.).

Besonders der Sprachunterricht, d. h. entsprechende Fördermaßnahmen, beginnen in der Vorklasse, da die Kinder schulpflichtig sind.
Der individuelle Lern- und Entwicklungsstand gilt als Grundlage der Arbeit und ist Orientierungspunkt für die Beurteilung von Schulfähigkeit und der Ausgangspunkt individueller Förderungen:

  • im emotionalen Bereich
  • in der sozialen Entwicklung
  • in der Entwicklung der Motivation
  • in der kognitiven Entwicklung
  • in der körperlichen und psychomotorischen Entwicklung

An jedem Tag findet sich ein „Gesprächskreis“ (Arbeitsblock) mit folgenden Aktivitäten zusammen:

  • Vorbereitung und Durchführung von Spielen
  • gemeinsames Singen
  • freie Gespräche, in denen Kinder von besonderen Vorkommnissen und Erlebnissen berichten

Der Vormittag gliedert sich in 3 Blöcke auf:

 

1. Block: 8:10 bis 9:40 Uhr

Freie thematische Gespräche, in denen Kinder von besonderen Vorkommnissen berichten (Sitzkreis an Tischen, im Raum, auf dem Boden, etc.), häufiger Phasenwechsel wegen der individuellen Lern- und Entwicklungsunterschiede.

Die Schwerpunkte in diesem Zeitraum sind:

  • Vorbereitung auf Lesen und Schreiben
  • Sprache und Literatur
  • Einführung in mathematisches Denken
  • ethische Erziehung
  • Natur- und Sachbegegnung
  • Bildnerisches Gestalten
  • rhythmisch-musikalische Erziehung
  • Bewegungserziehung
  • Verkehrserziehung
  • ganzheitliches Lernen

 

2. Block: 10:00 bis 11:30 Uhr

Freie Arbeit, Vertiefung der Themen vom Morgen.
Dem individuellen Spielen und Arbeiten in diesem Block kommt ein besonderer Stellenwert zu, da man hier dem jeweiligen Arbeitsrhythmus jedes einzelnen Kindes gerecht werden kann.

In diesem Zeitraum werden u. a. regelmäßig nach dem Frühstück die Zähne geputzt und die Wochenämter ausgeführt.

 

3. Block: 11:45 bis 12:30 Uhr

Förderstunde; hier wird mit einzelnen Kinder gearbeitet oder kleine Gruppen zusammengefasst, und das Gelernte oder nicht Verstandene wiederholt bzw. vertieft.

  • gebundene Gespräche im Rahmen der Lerneinheiten und Projekte
  • gemeinsames Planen
  • Vorstellungen einzelner Materialien und ihrer Handhabung

Der Tagesablauf ermöglicht im Wechsel von Spiel-, Arbeits- und Sozialformen den Kindern das selbstentdeckende, handelnde Lernen und die aktive Auseinandersetzung mit Materialien und Situationen.

Genügend Zeit und Raum sind für das freie Spiel und die entsprechenden Lernsituationen zu gewähren.

Dem Spiel und der freien Arbeit kommt eine zentrale Stellung im Verlauf des Schulvormittags zu.

Ziele des Spiels und der Freien Arbeit sind:

  • Freude am Spiel und der Arbeit erleben
  • sich für bestimmte Tätigkeiten entscheiden und diese durchführen
  • Beziehungen zu Tieren und Sachen entwickeln
  • Selbständiges Arbeiten, Initiativen, Spontaneität und Kreativität entfalten
  • Eine Spinne wird entdeckt – der Lebensraum und die Bedeutung dieser Tiere in der Umwelt werden besprochen. Zu diesem Thema schauen sich die Kinder Bücher an, sie beobachten Spinnen, sie malen, sie kneten, basteln und setzen sich mit entsprechenden Themen auseinander
  • Sich an durchschaubare Regeln und Absprachen halten
  • Erfolge und Misserfolge bewältigen
  • Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft erweitern


Freie Arbeit erfordert ein erhöhtes Maß an Ausdauer, Konzentration und Zielstrebigkeit. Es wird großer Wert auf Beendigung begonnener Arbeiten gelegt. Freies Spiel und freie Arbeit mit Materialien als wichtige Organisationsformen werden ergänzt durch gelenkte Spiele, durch Lernspiele, Regelspiele, Gesellschaftsspiele, Kooperationsspiele, Rollenspiele usw.

Für die Vorklasse haben wir gutes pädagogisch-didaktisches Spiel- und Arbeitsmaterial. Die Kinder werden während des Vorklassenjahres von Förderschullehrern mitbetreut. Schwerpunkt ist hier vor allem die Diagnostik.

Darüber hinaus hat sich die Zusammenarbeit mit der Schulsozialpädagogin, den Sonderschullehrern und den Jahrespraktikanten/innen bewährt.

In diesem Sinne gestaltet sich die Arbeit in der Vorklasse nach dem Prinzip des ganzheitlichen Lernens mit Kopf, Herz und Hand. Spiel- und Lernsituationen können Aspekte verschiedener Handlungsfelder in sich vereinigen. Dabei können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden, z. B.: musische, literarische, künstlerische, handwerkliche, phantasiebezogene und verstandesmäßige Zugangsweisen.